Opferperspektive

Trägerverein

Der Verein Opferperspektive e.V.

Opferperspektive e.V. ist ein im Land Brandenburg tätiger Verein, der Betroffene rechter Gewalt und rassistischer Diskriminierung, deren Angehörige oder Freund*innen und Zeug*innen solcher Taten in Brandenburg berät. Die Beratung ist kostenlos, erfolgt an einem Ort, den die Ratsuchenden auswählen. Die Arbeit des Vereins zielt, neben der direkten Unterstützung der Betroffenen, auch darauf ab, diejenigen gesellschaftlichen Prozesse, die zu rechter Gewalt und rassistischer Diskriminierung führen, sichtbar zu machen und ihnen entgegenzutreten. Die Beratung und Unterstützung bei rechter Gewalt sowie die Antidiskriminierungsberatung bilden die Kernbereiche des Vereins.

Opferperspektive – Beratung für Betroffene rechter Gewalt

Die Mitarbeiter*innen der Beratung und Unterstützung bei rechter Gewalt werden seit 1998 tätig, wenn Menschen von rechtsmotivierten Gewalttaten im Land Brandenburg betroffen sind. Dazu zählen körperliche Gewalt, Nötigung sowie Sachbeschädigung und Brandstiftung, wenn sich diese erkennbar gegen die soziale und wirtschaftliche Existenz eines Menschen richten. Ausgangspunkt ist die subjektive Interpretation des Angriffs durch die betroffene(n) Person(en). Die Mitarbeiter*innen helfen schnell und direkt. Sie begleiten die Betroffenen zur Polizei und zu anderen Behörden, geben rechtliche Hinweise auf das Straf- und Zivilverfahren, vermitteln Rechtsanwälte für eine Nebenklage und begleiten sie in Strafprozessen. Außerdem helfen sie beim Stellen von Entschädigungsanträgen und im Kontakt mit Medien. Die Berater*innen recherchieren rechte Gewalttaten und erfassen diese systematisch in Form einer Chronologie , die kontinuierlich Auskunft darüber gibt, wie sich das Ausmaß der Gewalt im Land Brandenburg entwickelt.

Antidiskriminierungsberatung (ADB)

Rassismus und Ausgrenzung sind zwar geächtet, aber keineswegs verschwunden. Menschen werden aus rassistischen oder antisemitischen Gründen, wegen ihrer Herkunft, ihrer Sprache, ihrer Hautfarbe, ihres Namens oder ihrer Religion beleidigt, benachteiligt oder diskriminiert. So erhalten Menschen mit nicht-deutsch klingendem Namen seltener eine Wohnung oder Schülerinnen, die Kopftuch tragen, schlechtere Noten. Seit 2009 unterstützt und stärkt die Antidiskriminierungsberatung Brandenburg Betroffene von rassistischer Diskriminierung, berät Angehörige, Unterstützer*innen oder Beratungsstellen und informiert zu Rechten und verschiedenen Handlungsmöglichkeiten. In den Beratungsgesprächen kann gemeinsam geklärt werden, welche Schritte sinnvoll und möglich sind, um sich gegen eine erlebte Ungleichbehandlung zu wehren. Die Mitarbeiter*innen dokumentieren Diskriminierungsvorkommnisse in Brandenburg, thematisieren deren Ausmaß und Muster in Politik und Öffentlichkeit und fordern einen besseren Schutz für Betroffene von Diskriminierung.

Der Verein Opferperspektive ist Mitglied im bundesweiten Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG), im bundesweiten Arbeitskreis der Opferhilfen (ado), im Antidiskriminierungsverband Deutschland (advd), im Brandenburger Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit und im Flüchtlingsrat Brandenburg https://www.fluechtlingsrat-brandenburg.de/. Darüber hinaus betreibt der Verein die bundesweite Wanderausstellung Opfer rechter Gewalt seit 1990 ” sowie das Webportal und die Ausstellung “[Kein Schöner Land] – Todesopfer rechter Gewalt im Land Brandenburg” .